Die Heilung des Besessenen von Gerasa (MK5, 1-20)

Artikel-Nr.: 276

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Bleistift , Farbstift, Aquarell
Wvz. 5368
Format: 700 x 700 mm
April 2024

* Fiktive Rahmung. Preis ohne Rahmen.


Das Gleichnis von Jesus, der den Besessenen von Gerasa heilt, ist einer der seltsamsten Wundererzählungen im Neuen Testament (MK 5, 1-20) und weckt in historisch-kritischer Betrachtung mehr Fragen und Zweifel in Sachen theologischer, politischer Symbolik, als jedes andere. Warum sich Jesus überhaupt nach Gadara-Gerasa begibt, in ein Gebiet, in dem ausschließlich Heiden mit ihren gut 2000 Schweinen leben, bleibt unklar. Der besessene Mann steht vermutlich metaphorisch für die Macht des Bösen oder der Unterdrückung, die die Menschheit gefangen hält. Seine Besessenheit durch die Dämonen „Legion“ könnte die kollektive Unterdrückung durch die römische Gewaltherrschaft, das einst allgegenwärtige politische Regime, sowie die niederen soziale Strukturen und kulturelle Normen beschreiben. Die Anwesenheit der Dämonen der „Legion“ deutet somit wohl darauf hin, dass diese Unterdrückung weit verbreitet und tief verwurzelt ist. Auch das Jesus den Namen des Dämons/der Dämonen vom Besessenen wissen will, um diese auszutreiben, ist einzigartig im Neuen Testament, ebenso wie die Tatsache, dass dieser „Geheilte“ der einzige im Neuen Testament ist, der Jesus, nach seiner Genesung, nicht folgen soll/darf. Die Heilung des Besessenen durch Jesus demonstriert die Macht des Guten, um nicht nur individuelle, sondern auch kollektive Befreiung zu bewirken. Indem er „Legion“ austreibt, kritisiert Jesus politische Macht Strukturen und zeigt eine Alternative, die auf Liebe, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit basiert. Die Reaktion der Besitzer der Schweine, die Jesus baten, ihre Region zu verlassen, verdeutlicht die Priorisierung materiellen Reichtums über das Wohl der Gemeinschaft und unterstreicht die Kritik an ungerechten wirtschaftlichen Praktiken oder politischen Systemen. Die Tatsache, dass sich die Schweine, derer sich die nun die ausgetriebenen Dämonen bemächtig haben, von der Klippe ins Meer stürzen, kann als Symbol für die Zerstörung von politischen oder wirtschaftlichen Macht Strukturen interpretiert werden, die von der Ausbeutung anderer profitieren. Es zeigt eine Konfrontation mit denjenigen, die materiellen Gewinn über menschliches Wohl stellen. Jesus‘ Handeln ruft zur Solidarität und Fürsorge für diejenigen auf, die in der Gesellschaft marginalisiert sind oder unterdrückt werden. Es fordert dazu auf, sich aktiv für die Befreiung von Unterdrückung einzusetzen und menschliche Bedürfnisse über materiellen Gewinn zu stellen. Insgesamt verwebt das Gleichnis verschiedene theologische und politische Dimensionen, die zusammen eine Botschaft der Hoffnung, Befreiung und sozialen Gerechtigkeit vermitteln. Es fordert dazu auf, sich gegen Unterdrückung und Ausbeutung zu stellen und sich stattdessen für eine Welt einzusetzen, die von Liebe, Solidarität und Gerechtigkeit geprägt ist.

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