Nadie nos ha visto - Niemand hat uns gesehen


Nadie nos ha visto - Niemand hat uns gesehen

Artikel-Nr.: 150

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(f. n. Goyas Capricho No. 79)
Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 4592
Format: 500 x 350 mm
März 2010

In den zwei aufeinander folgenden Caprichos, No. 78 und 79, widmet sich Goya erneut ganz offensichtlich seinem Lieblingsthema, welches in der 80teiligen Radierfolge öfter thematisiert wird als andere - dem verheimlichten und versteckten klösterlichen Treiben.


Die sogenannten Prado-Kommentare, zu Goyas Caprichos, die meist eine moderatere Interpretation zur jeweiligen dargestellten Problematik anbieten, sehen in diesen kritisch klösterlichen Thematiken wie immer lediglich nur Gnome, Zwerge und Kobolde, diversen Streichen nachkommend und der Völlerei frönend.

Ein Zeitgenosse Goyas, der Komödienautor López de Ayala, wird in seinen Kommentaren dagegen wesentlich deutlicher (auch als Ayala-Kommentare bekannt). Es gilt heute als gesichert, dass Goya selber diese Kommentare nicht nur offiziell autorisiert – sondern auch daran mitgearbeitet hat. Die Titel zu diesen beiden Arbeiten sind von daher auch unmissverständlich.

Beeile dich, Sie erwachen“: Ein zum Frondienst abgestellter Mönch, zur Eile angetrieben, muss den Unrat, welcher sich auf Grund der nächtlichen klösterlichen Exzesse unter den Tischen angesammelt hat, möglichst schnell beseitigen, bevor die Welt erwacht und dessen gewahr wird. Ein anderer bläst, mit einem Blasebalg, die Undünste des Lasters aus dem Raum.

„Niemand hat uns gesehen“, ist die süffisante Feststellung eines beteiligten Abtes an diesem Treiben. Damit aber auch die Zusicherung gebend, dass auch dieses Gelage erneut unentdeckt bleibt. López de Ayala vermerkt hierzu bissig: „Der Abt und die Mönche frönen ihren heimlichen Gelagen, und danach geben sie vor, untadelig zu sein“ 

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