Auf der Jagd nach Zähnen (frei n. Goyas Capricho No. 12)


Auf der Jagd nach Zähnen (frei n. Goyas Capricho No. 12)

Artikel-Nr.: 425

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Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 4799
Format: 500 x 350 mm
April 2012

Bei dieser doch recht makaberen Szene, nämlich einem Erhängten die Zähne auszubrechen, handelt es sich dennoch um eine im Spanien des 18. Jhdt. weit verbreitete Unsitte, die, wie so oft, im Aberglauben des gemeinen Volkes wurzelte.

Jenen Zähnen wurden, dem landläufigen Aberglauben nach, einzigartige magische Kräfte angedichtet, welche vor allem der partnerschaftlichen Libido auf die Sprünge helfen sollten. Um aber in den Genuss der ganzen - angeblichen Kraft und Magie jener Zähne zu gelangen, musste man dem Gehängten eigenhändig die Zähne entreißen. Je nachdem wie lange der Bedauernswerte schon am Gageln baumelte, eine recht verdrießliche und schauerliche Aktion.

Selbst in den eher sonst so zurückhaltenden Prado Kommentaren findet sich zu diesem Thema eine recht eindeutige Stellungnahme: „Ohne diese Ingredienz gelingt nichts. Traurig, dass das Volk an solchen Unsinn glaubt“.

Weitere zeitgenössische Kommentare zu diesem Thema beklagen desweiteren, dass Menschen sich, immer wieder, auf der Suche nach Potenz – und Fruchtbarkeit fördernden Stimulanzien sich zu solch aberwitzigen Handlungen hinreißen lassen.

Auch wenn das Thema dieser Szenerie eher wie ein Abbild aus längst vergangenen Zeiten anmutet, so sollte man sich dennoch im Klaren darüber sein, dass man bis heute Potenz- und Libido steigernden Mittelchen immer noch übergroße Bedeutung zukommen lässt.

Heute findet man zwar wohl kaum noch einen Erhängten, dem man die Zähne entreißen kann. Aber „moderne“ Mittelchen dieser Art stammen dann eben aus Ingredienzien zermalmter Hörner bedrohter Tierarten oder gleich ganz synthetisch hergestellt, aus den Laboren diverser Chemiekonzerne.

Bis heute ist die Wirksamkeit dieser sogenannten „magischen Kräfte“ nicht wirklich nachgewiesen, es bleibt eher eine Glaubensfrage. 

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