Die Verführung der Kallisto

Artikel-Nr.: 382

Auf Lager

480,00 / Blatt
Preis inkl. MwSt.


Kugelschreiber, Farbstift, Aquarell
Dvz. 1471
Format: 250 x 170 mm
06.04.2021

* Fiktive Rahmung. Preis ohne Rahmen.


Kallisto (aus dem griechischen – die Schönste) begibt sich als Dienerin in das Umfeld der Göttin Artemis, der Zwillingschwester Apollons, somit einer der Töchter des großen Zeus. Diese ist einer der zwölf mächtigsten Götter des Olymps, Schutzpatronin der Jagd, des Waldes und kann, ebenso wie auch Athene, mit dem Männlichkeitswahn, dem stetigen Fruchtbarkeits- und Vermehrungskult ihres Vaters und ihrer Brüder nur wenig anfangen, denn sie ist eher dem eigenen Geschlecht zugetan.

Artemis, im römischen Daphne, verlässt den Olymp um in Zukunft zurückgezogen auf der Erde, an der Seite ihrer Nymphen, in den Wäldern zu leben. Und kein Mann darf sich je diesen nähern, darf diese je erblicken, geschweige denn berühren und so wird so manch argloser Wanderer Opfer dieses rigorosen Gesetzes und verendet an den Pfeilen dieser allzu rachsüchtigen Göttin. Doch ausgerechnet ihr eigener Vater begehrt nun eine ihrer Nymphen, wieder einmal beseelt von seiner unstillbaren sexuellen Gier, jene mit Namen Kallisto. Doch Zeus weiß um die Gesetze des Waldes, die seiner Tochter und kann diese auch nicht missachten. Wie sich nun dieser Nymphe nähern, ohne dass diese gleich die Flucht ergreift und sein eigenes Kind gegen ihn aufhetzt? Der Göttervater weiß um die absolute Ergebenheit der Nymphen zu seiner Tochter, aber auch um deren Neigung hin zum eigenen Geschlecht. Und so verwandelt sich Zeus in die Gestalt der Artemis, in die Gestalt der eigenen Tochter, sucht heimlich Kallisto auf und verführt sie. Ein leichtes Spiel, denn Kallisto ist mehr als angetan davon, dass sich ihre eigene Herrin sich nun jetzt und hier, gänzlich mit ihr alleine, vergnügen möchte.

Doch schon wenige Wochen später bemerkt Kallisto eine merkwürdige Veränderung an sich selber. Ihr wird plötzlich bewusst, dass sie schwanger ist. Doch von wem? Von einer Frau? Von Artemis? Das kann nicht sein! Schnell wird ihr klar, dass alleine Zeus die Macht hatte sie so dermaßen zu täuschen. Doch ihr ist auch klar, dass ihr dies nichts nutzen werden würde wenn ihre Herrin von dieser Vereinigung erfahren würde. Sie wäre sofort des Todes. So zieht sich Kallisto zunehmend zurück, trägt immer weiter ausladend geschnittene Kleider, bleibt dem gemeinsamen Baden mit ihrer Herrin und den anderen Nymphen immer öfter fern. Und dennoch fliegt ihrer Schwangerschaft auf.

Das weitere Schicksal der Kallisto wird recht unterschiedlich interpretiert. Bei Hesoid flieht sie vor der Rachsucht der Artemis in die Wälder, verwandelt sich in einen Bären und versteckt sich in einer Höhle. Aber natürlich spürt sie die Göttin der Jagd auf, denn nichts entgeht ihrer Rache und sie streckt die Kallisto mit einem Hagel an Pfeilen nieder. Zeus ist sich seiner Schuld am Tod der schönen Kallisto bewusst. Er ist tiefbetrübt und es tut ihm mehr als leid. Doch selbst er kann kein Schicksal umkehren oder Tote zu den Lebenden zurückholen. Aber er kann dieser Nymphe ein Denkmal erschaffen. Er schickt ihren toten Leichnam, den des Bären gen Himmel und verwandelt diesen in Sterne – es ist die Geburtsstunde des Sternbild des großen Bären.

Bei Ovid wird diese Geschichte ein wenig anders erzählt. Hier lebt Kallisto, nach ihrer Flucht vor Artemis, in einen furchterregenden Bären verwandelt, ziellos in den Wäldern umherstreifend, gebar ihr Kind, einen Sohn mit Namen Arkas, welcher von Menschen gefunden, aufgezogen und zu einem Jäger ausgebildet wurde. Als nach Jahren Kallisto, im Wald, ihren Sohn wieder erkennt, läuft sie ahnungslos auf ihn zu, will ihn umarmen, doch Arkas erkennt seine eigene Mutter nicht, sieht nur einen tollwütigen Bären auf sich zu rennen und tötet diesen. Aber auch Arkas wird nach seinem Tod einen Platz am Himmel finden – direkt neben seiner Mutter, als Sternbild des kleinen Bären …

Diese Kategorie durchsuchen: Verschiedenes (einzelne Arbeiten)