Walt Whitman - Oh Captain! my Captain

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Bleistift, Farbstift, Aquarell
Wvz. 5297
Format: 1000 x 700 mm
März 2022

Vermutlich käme sein Nimbus, er, der als einer der einflussreichsten amerikanischen Lyriker gilt, im deutschsprachigen Raum dem eines Goethes oder Schiller gleich. Doch Walt Whitman verzichtete größten Teils in seinen Texten bewusst auf Reime, vertraute eher der freien Lyrik und begreift sich selbst in einer symbiotischen Beziehung zur Gesellschaft, deren kulturelles und gesellschaftliches Leben er in vielfältigen Bildern aufgreift. In dem Vorwort zu seinem Lebenswerk, dem großen Gedichtband „Leaves of Gras„, welches er bis zu seinem Tode 1892 immer wieder korrigierte und erweiterte, feiert er das gewöhnliche Volk als Manifestation des „Genius der Vereinigten Staaten“: Er greift die gesellschaftlichen Umbrüche seiner Zeit auf, wie die Entfaltung der kapitalistischen Marktwirtschaft oder die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft, die 1861 bis 1865 im Sezessionskrieg gipfelte. 

Doch selbst dem Ungebildeten, hinsichtlich amerikanischer Lyrik, dürfte der Name Walt Whitman spätestens mit dem Kinofilm „Der Club der toten Dichter“ zu einem Begriff geworden sein. Denn wohl sein bekanntestes Gedicht „Oh Captain! my Captain“, zum Tode und Ehren Abraham Lincolns verfasst, ist hier im Film ein tragendes Element. Der Lehrer Keating (Robin Williams), der sich wiederholt auf Whitman und Frost bezieht, will seinen Schülern die Welt der Literatur und der schönen Dinge des Lebens vermitteln; sie sollen Poesie nachvollziehen und in sich selbst entdecken, anstatt nur auswendig Gelerntes zu wiederholen. Aber natürlich kann dies nicht wirklich gut gehen, im Rahmen und der gestrengen Regeln einer anglikanischen Hochschule. Und somit entwickelt sich dieses Ansinnen dann auch zu einem echtem Drama.

Aber auch einem John Boy Walton, der älteste Sohn einer Großfamilie in den Jahren der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, Vorlage für eine der beliebtesten TV Serien der 1980er Jahre, diente Walt Whitman als Vorbild, ja sogar als Ansporn und Antrieb selber Schriftsteller werden zu wollen. Und eben derselbe Richard Thomas, bekannt halt durch „Die Waltons“ als John Boy, spielte auch in einigen Episoden der TV-Reihe „Roots -The next Generation“ nach Alex Haleys Familienepos mit. Hier allerdings mimte er den jüngsten Sohn eines Senators (Henry Fonda), der nur wenig Verständnis für die literarischen Ambitionen seines Sohnes hat, aber noch weniger dafür, dass sich dieser ausgerechnet auch noch in eine farbige Lehrerin verliebt, mit denen er allzu gerne Verstexte aus Gedichten, so auch aus Walt Whitmans Leaves of Gras, rezitiert. Kenner dieser Haley Reihe, wissen nur allzu gut, wie bitter diese Episode am Ende endet.

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